Anbau

Der Anbau von Herbsthimbeeren ist Maßarbeit. Das wissen wir bei Advanced Berry Breeding wie kein anderer. Um eine gute Ernte zu erzielen, kommt es auf die richtige Sorte, den richtigen Pflanzenabstand und ein ausgezeichnetes Management an. Und natürlich auf viele weitere Faktoren. Dabei stehen wir unseren Kunden beratend zur Seite und möchten Ihnen hier einige Beispiele geben.

Auf unserer Website beschreiben wir nur ein paar allgemeine Grundlagen für Himbeeranbau. Da sich das Klima und die örtlichen Wachstumsbedingungen je nach Unternehmensstandort öfters stark unterscheiden, empfehlen wir den Anbauern, selbst auszuprobieren und zu testen, wie der eigene Anbau weiterentwickelt und optimiert werden kann.

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Das richtige Anbausystem

Der Anbau befindet sich in der Entwicklung und verschiebt sich zunehmend von den Sommer- zu den Herbstsorten. Anbauer bevorzugen häufig Herbsthimbeeren, da diese bereits im ersten Jahr Früchte tragen. Ein anderer Trend ist die Anwendung von Anbausystemen für die Produktion von Himbeeren außerhalb der Hauptsaison. Die Sorten von Advanced Berry Breeding spielen dabei eine wichtige Rolle.

Wir unterscheiden Anbausysteme in zwei Kategorien: „Double Cropping“ und „Primocane-Anbau“. Double Cropping ist jedoch das gängigste System. Es bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten: die Zucht im Freiland, Gewächshaus- und Tunnelanbau, verschiedene Pflanzentypen und diverse Schnittsysteme. Durch die Kombination von Systemen entsteht eine lange Angebotsfrist von Himbeeren.

Unabhängig vom Ausgangsmaterial gewährleisten die Sorten von Advanced Berry Breeding kräftige Pflanzen. Sie erfordern wenig Unterstützung und müssen nur an einigen waagerechten Drähten fixiert werden. Die Anwendung von Netzen ist nicht notwendig, was die Ernte beschleunigt und die Produktionskosten reduziert.

Double cropping von A bis Z

Double Cropping beginnt mit kleinen Grünpflanzen, Traypflanzen oder Wurzelblöcken. Die letzten zwei Pflanztypen sind dormant und müssen neue Triebe aus den Wurzel bilden.

Der Anbau mit Grünpflanzen handhabt in der Regel eine Pflanzendichte von 3 Pflanzen pro Laufmeter Reihe. Je nach Sorte und Anbausystem handhaben wir pro Pflanze ein bis zwei Lateralen. Diese Lateralen und die Rutprimocanee werden zu der Außenseite der Reihe geführt, sodass das Blatt das Licht optimal aufnehmen kann.

Dormante Pflanzen bilden nach dem Pflanzen neue Trieben aus der Wurzel. Aus diesen wird selektiert, das bedeutet, dass die Triebe schlechterer Qualität geschnitten werden, um die gewünschte Anzahl Pflanze pro Laufmeter zu erzielen.

Vorbereitung der nächsten Saison

Nach der Ernte hat der Anbauer die Wahl zwischen dem Zurückschneiden der Ruten und dem ‚Mow-Down‘.

Beim Zurückschneiden der Ruten schneidet man die Ruten bis 2 oder 3 Blätter unter der untersten Blüten ab. Die restlichen Knospen dürfen keine Blütenknospen sein und müssen neue Lateralen bilden. Durchgängig gibt es gute Resultate mit 12 bis 15 seitlichen Lateralen pro Rute und 40 bis 60 Lateralen pro Laufmeter Reihe. Wenn mehr Lateralen vorhanden sind, wird die Reihe zu dicht. Dies hat einen negativen Effekt auf die Fruchtqualität und die Pflückgeschwindigkeit. Eine geringere Anzahl Lateraltriebe erhöht die Pflückgeschwindigkeit. Beim Mow-Down werden die Pflanzen bodennah abgeschnitten. Als Reaktion darauf produzieren Pflanzen viel mehr Jungtrieben. In einigen Schnittrunden sind diese zu reduzieren: die starken Triebe dürfen bleiben, die schwachen Trieben werden entfernt. Immer mehr Anbauer pflanzen aufgrund der hohen Kosten für das Schneiden lieber neue Pflanzen.

Ende der Ernte

Die Pflanzen überwintern in einer Kühlzelle oder in Gebieten mit einem milden Winter eventuell draußen. Nach dem Pflanzen blühen die Pflanzen auf den neuen Lateralen. Durch längeres Kühlen kann die Ernte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Wenn die Pflanzen am Ende der Ernte aufgrund einer zu hohen Temperatur nicht von selbst dormant werden, sollten die Blätter entfernt werden. Wenn die Pflanzen in Töpfe wachsen, ist es möglich, sie bei -1 °C zu kühlen. Die Sorten von Advanced Berry Breeding benötigen sehr wenig Kälte, um in der nächsten Saison gut auszulaufen.

Nach einer Produktion dem Jahr rund

In manchen Perioden außerhalb der Hauptsaison sind die Preise für Himbeeren relativ hoch. Um in dieser Zeit trotzdem Obst anzuliefern, nutzen wir in Nordwesteuropa gekühlte Pflanzen, die im Sommer in Töpfe angebaut werden. Die Anbauer verwenden Long Canes, Wurzelblöcke oder Pflanzen, die nach der Primocane-Ernte zurückgeschnitten wurden.

In Nordwesteuropa werden Long Canes durchgängig zwischen Mitte April und Ende Mai angepflanzt. Aufgrund dieser Anbaumethoden entsteht ein kontinuierlicheres Himbeerangebot. In Südeuropa setzten Anbauer Long Canes insbesondere bei einer frühen Produktion im Frühling ein.

Es gibt aber mehr Möglichkeiten, beispielsweise die Wahl der richtigen Sorten. Manche Sorten sind für die Ernte im Winter mit wenig Licht und bei geringer Temperatur wie in Spanien besser geeignet, zum Beispiel unsere Sorten Shani und Imara®. Für andere Sorten arbeiten wir in den Niederlanden bei der Zucht im Winter gelegentlich mit LED-Licht. Und in wärmerem Klima werden die Pflanztermine an die Anbau- und Wetterbedingungen angepasst. In Südeuropa erreichen Anbauer auf diese Weise alle zwei Jahre manchmal bis zu fünf Ernten.

Anbau im Gewächshaus

Im April werden die Grünpflanzen getöpft und für etwa sechs Wochen auf ein Trayfeld gesetzt. In Juli gehen die Pflanzen zurück ins Gewächshaus. Die Ernte beginnt im August und läuft durch bis weit in den Herbst. Nach dem Zurückschneiden der Pflanzen laufen im folgenden Frühling die Lateralen aus. Diese liefern zwischen Mitte April und Mitte Juni einen neuen Ernte.

Die Planung der Ernte

Durch uniforme Pflanzen und die Anwendung geeigneter Anbau- und Schnitttechniken dauert die Himbeerernte ungefähr sechs Wochen. Dies bietet die Möglichkeit, die Ernte zu planen und die bessere Preise zu erzielen.